Nach Jahren der Unsicherheit zeigt sich der deutsche Hotelmarkt heute robuster und wachstumsorientierter denn je. Investoren kehren zurück, Markenhotels gewinnen an Bedeutung, und Bestandsobjekte rücken stärker in den Fokus. Für Experten in der Immobilienbewertung ergeben sich daraus neue Herausforderungen und Chancen.

Aktuelle Entwicklungen im Hotelmarkt

  1. Marktdurchdringung von Hotelketten: Bereits über 40 % der Hotelzimmer in Deutschland gehören zu Markenhotels – in Metropolen wie Berlin, München und Frankfurt sogar 50–60 %. Diese zunehmende Marktkonzentration sorgt für stabile Betreiberstrukturen und wirkt sich direkt auf die Wertstabilität aus.
  2. Strategische Expansion als Wachstumstreiber: Nationale und internationale Hotelgruppen treiben die Expansion gezielt voran. Neue Projekte, Übernahmen bestehender Objekte und innovative Economy-Formate prägen die Entwicklung. Eine weitere Steigerung der Zimmerkapazitäten und Marktanteile wird erwartet.
  3. Hotelimmobilien als gefragte Assetklasse: Investoren schichten zunehmend um: Hotels gelten gegenüber Büroimmobilien als stabilere und kalkulierbarere Investitionen. Markenhotels bieten dabei besonders hohe Planungssicherheit.
  4. Wachsendes Transaktionsvolumen: Im Jahr 2024 wurden Hoteltransaktionen im Wert von 1,3 Mrd. € registriert – ein Plus von 10 % gegenüber dem Vorjahr. Diese Entwicklung signalisiert nachhaltiges Vertrauen in die Assetklasse.
  5. Bestandsobjekte und Refurbishments im Trend: Aufgrund gestiegener Baukosten verlagert sich der Fokus von Neubauten hin zu Bestandsobjekten. Modernisierungen, die Einhaltung von ESG-Standards und digitale Optimierungen stehen im Mittelpunkt vieler Projekte.
  6. Technologie und Nachhaltigkeit als zentrale Treiber: Investitionen in digitale Services, Energieeffizienz und nachhaltige Betriebskonzepte prägen die Zukunftsfähigkeit von Hotelimmobilien.

Fazit: Chancen für die Immobilienbewertung

Der Hotelmarkt konsolidiert sich strukturell und wächst moderat, aber kontinuierlich. Für die Immobilienbewertung bedeutet dies:

  • Die Markenbindung und Betreiberstrukturen müssen stärker in die Bewertungsmodelle einbezogen werden.
  • Die Drittverwendungsfähigkeit von Hotelimmobilien gewinnt an Bedeutung.
  • Strategisches Agieren auf Grundlage der neuen Marktgegebenheiten eröffnet Chancen für innovative Bewertungskonzepte.
  • Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um die neuen Potenziale zu nutzen und Bewertungsansätze entsprechend weiterzuentwickeln.